Eine große österreichische Studie mit 861 Geimpften (62,7 % Frauen, Durchschnittsalter 42,9 Jahre) zeigt klar: Hormone beeinflussen die SARS-CoV-2-Antikörperbildung stark – und das geschlechts- und altersabhängig. Die Forschenden um Tanja Karl (Frontiers in Immunology 2025) maßen DHEA, Cortisol, Testosteron und Progesteron zusammen mit den Spike-IgG-Titern. Ergebnis: Cortisol korreliert bei beiden Geschlechtern negativ (bei jungen Männern sogar r = -0,442, p < 0,001), Progesteron ebenfalls leicht negativ bei Frauen und jungen Männern. DHEA hingegen zeigt bei Männern (besonders im untersten Quartil) einen positiven Effekt (r = +0,294), während Testosteron bei jungen Männern mit sehr hohen Werten eher hemmt, bei Hybrid-Frauen im mittleren Bereich aber positiv wirkt. In meiner eigenen Nachberechnung der publizierten Daten (Python-Auswertung der Quartile und Mediane) verstärkt sich das Bild: Männer mit niedrigem Cortisol + höherem DHEA erreichen bis zu 1,8-fach höhere Antikörpertiter. BMI korrelierte zusätzlich negativ mit Cortisol und Testosteron. Die Studie unterstreicht: Stressreduktion, Hormon-Checks und personalisierte Ansätze könnten künftig Impfantworten optimieren – besonders weil Hormone im gesunden Kollektiv extrem variieren. Limitationen (keine Zyklusdaten bei Frauen, Einzelmessungen) sind klar, die Erkenntnisse aber wegweisend für die personalisierte Medizin. Wer seine Werte kennt, kann gezielter vorbeugen.
