Update 24.10.2026

ESMO 2026 – Weitere Ergebnisse

1. DUO-E: Durvalumab plus Olaparib beim fortgeschrittenen Endometriumkarzinom

Die Phase-3-Studie DUO-E zeigte in der aktualisierten Analyse ein medianes Gesamtüberleben von 51,1 Monaten mit Durvalumab plus Chemotherapie gefolgt von Durvalumab plus Olaparib versus 39,6 Monaten mit Chemotherapie allein (Differenz 11,5 Monate). Nach 36 Monaten lebten 63,4 % versus 52 %. Der Benefit war besonders relevant in der pMMR-Subgruppe, die die Mehrheit der Patientinnen ausmacht. Es traten keine neuen Sicherheitsprobleme auf. Newswise / ESMO. Einordnung: Die Daten bestätigen einen anhaltenden Überlebensvorteil der Immuntherapie-plus-PARP-Kombination. Der absolute Gewinn von über 11 Monaten ist klinisch bedeutsam. Bei pMMR-Tumoren, die bisher weniger von reiner Immuntherapie profitierten, entsteht eine zusätzliche Option. Die Sequenz und die optimale Dauer der Olaparib-Erhaltung müssen in der Praxis noch definiert werden. Die Ergebnisse stärken die Rolle der Immuntherapie beim fortgeschrittenen Endometriumkarzinom.

2. BEATcc: Atezolizumab plus Chemotherapie und Bevacizumab beim fortgeschrittenen Zervixkarzinom

Die finale OS-Analyse der Phase-3-Studie BEATcc zeigte ein medianes Gesamtüberleben von 31,9 Monaten mit Atezolizumab plus Chemotherapie und Bevacizumab versus 22,7 Monaten im Kontrollarm (HR 0,69; 95 %-KI 0,54–0,88). Die 4-Jahres-OS-Rate lag bei 40 % versus 26 %. Der Benefit zeigte sich unabhängig vom PD-L1-Status. Es traten keine neuen Sicherheitsprobleme auf. OncoDaily / ESMO. Einordnung: Die Daten bestätigen einen anhaltenden und klinisch relevanten Überlebensvorteil der Immuntherapie-Addition in der Erstlinie. Der absolute Gewinn von über 9 Monaten ist substanziell. Der Benefit auch bei PD-L1-negativen Tumoren ist bemerkenswert und erweitert die Indikation. In der Praxis wird die Kombination voraussichtlich zum Standard bei geeigneten Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom. Die Langzeitverträglichkeit der Dreierkombination bleibt ein Punkt für die Aufklärung.

3. CheckMate 8HW: Finale OS-Daten bei MSI-H/dMMR metastasiertem Kolorektalkarzinom

Die finale OS-Analyse der Phase-3-Studie CheckMate 8HW zeigte einen Vorteil von Nivolumab plus Ipilimumab gegenüber Nivolumab allein (alle Linien) mit einer HR von 0,61 (p = 0,0009) und gegenüber Chemotherapie in der Erstlinie mit einer HR von 0,37. Der Vergleich Nivolumab plus Ipilimumab versus Nivolumab in der Erstlinie (HR 0,66) erreichte die vordefinierte Grenze nicht. Die FDA hat die Kombination bereits zugelassen. KOL Pulse / ESMO. Einordnung: Die Daten festigen die duale Immuntherapie als starken Standard bei MSI-H/dMMR mCRC. Der deutliche Vorteil gegenüber Chemotherapie in der Erstlinie ist praxisrelevant. Der fehlende statistische Unterschied zwischen dualer und mono Immuntherapie in der Erstlinie lässt Raum für individualisierte Entscheidungen. In der Praxis bleibt die Kombination bei fitten Patienten die bevorzugte Option; bei Kontraindikationen oder Präferenz kann auch Nivolumab mono erwogen werden.

4. PRABITAS: Biwöchentliches TAS-102 plus Bevacizumab beim refraktären mCRC

Die Phase-3-Studie PRABITAS (970 Patienten) zeigte, dass biwöchentliches Trifluridin/Tipiracil plus Bevacizumab dem konventionellen Schema hinsichtlich OS nicht unterlegen ist (median 11,3 vs. 10,3 Monate; HR 0,93; p < 0,0001 für Nichtunterlegenheit). Das PFS war identisch (3,9 Monate). Grad-≥3-Neutropenie lag bei 13 % versus 39 %, der G-CSF-Einsatz bei 3 % versus 13 %. ESMO / PRABITAS. Einordnung: Die Daten unterstützen eine toxizitätsärmere Dosierungsänderung ohne Wirksamkeitsverlust. Die deutliche Reduktion der schweren Neutropenie ist praktisch relevant und verbessert die Verträglichkeit in der späteren Linie. In der Praxis kann das biwöchentliche Schema als bevorzugte Variante erwogen werden, sobald die Leitlinien angepasst sind. Die Änderung ist einfach umzusetzen und erfordert keine neue Substanz.

5. Weitere Signale: ECLYPse und DASL-HiCaP

Die Phase-2-Studie ECLYPse zeigte, dass die Fortführung von Encorafenib plus Cetuximab über den Progress hinaus in Kombination mit FOLFIRI bei BRAF-V600E-mutiertem mCRC machbar ist und den primären Endpunkt (6-Monats-PFS) erreichte (medianes PFS 7,1 Monate). DASL-HiCaP berichtete, dass Darolutamid plus ADT und Radiotherapie das Risiko für Metastasen oder Tod bei High-Risk-lokalisiertem Prostatakarzinom um 58 % senkte (HR 0,42) mit einem frühen OS-Signal. OncoDaily / ECLYPse. Einordnung: ECLYPse unterstützt eine pragmatische Fortführung der BRAF-gerichteten Therapie über den Progress bei ausgewählten Patienten. DASL-HiCaP stärkt die Intensivierung der Therapie beim High-Risk-lokalisierten Prostatakarzinom. Beide Studien liefern praxisrelevante Hinweise für die Sequenzierung und Intensivierung. Die vollständigen Daten werden die Positionierung in den Leitlinien weiter schärfen.

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