Die DESTINY-Gastric04-Studie zeigt zwar einen statistisch signifikanten Überlebensvorteil für Trastuzumab-Deruxtecan gegenüber Paclitaxel plus Ramucirumab bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem HER2-positivem Adenokarzinom des Magens oder gastroösophagealen Übergangs. Klinisch bleibt dieser Effekt jedoch begrenzt.
Das mediane Gesamtüberleben betrug 14,7 Monate unter Trastuzumab-Deruxtecan gegenüber 11,4 Monaten im Kontrollarm. Der absolute Gewinn lag damit bei nur 14 Wochen, bei einer Hazard Ratio von 0,70. Auch das progressionsfreie Überleben verbesserte sich nur moderat von 5,6 auf 6,7 Monate.
Vor diesem Hintergrund bewertet die niederländische BOM-Kommission die Daten zurückhaltend: Die Ergebnisse erfüllen nicht die PASKWIL2023-Kriterien für eine positive Empfehlung in der palliativen Zweitlinientherapie bei einer Kontrollgruppen-Überlebenszeit von maximal 12 Monaten.
Auch wenn die Nebenwirkungen insgesamt beherrschbar waren und die Lebensqualität unter der Therapie erhalten blieb, ist der Zusatznutzen in der Zweitlinie begrenzt. Hinzu kommen relevante Kosten: Bei einer medianen Behandlungsdauer von 5,4 Monaten werden die Gesamtkosten für Trastuzumab-Deruxtecan auf etwa 54.317 Euro geschätzt.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Trastuzumab-Deruxtecan wirksam ist — das ist es. Die Frage ist vielmehr, ob der Einsatz bereits in der Zweitlinie gegenüber einer späteren Therapielinie ausreichend gerechtfertigt ist. Nach Einschätzung der BOM-Kommission sind die Daten dafür derzeit nicht überzeugend genug.
