Der Coronary Artery Calcium Score (CAC-Score / Agatston-Score) bleibt eines der meistdiskutierten Themen in der kardiovaskulären Community. Im vergangenen Monat drehte sich die Diskussion vor allem um die klinische Relevanz, die Grenzen des Scores sowie persönliche Erfahrungen von Betroffenen und Ärzten. Hier ist eine zusammenfassende Übersicht.
1. Klinische Diskussionen und Leitlinien
Viele Kardiologen verglichen den klassischen Calcium Score mit der CCTA (Coronary CT Angiography). Besonders auf Kongressen wie dem EAS 2026 wurde intensiv debattiert, wann der CAC-Score allein ausreicht und wann eine detailliertere Gefäßdarstellung sinnvoller ist.Ein weiteres Thema war die Behandlung stark verkalkter Koronarläsionen. Es gab Beiträge zu Intravascular Lithotripsy (IVL) und Vergleichen zwischen OCT- und IVUS-basierten Calcium-Scores bei PCI-Eingriffen.Patienten mit hohem CAC-Score (z. B. über 300–800), aber ohne Beschwerden, suchten oft eine „dritte Meinung“. Häufig wurde statt einer sofortigen Herzkatheteruntersuchung eine PET-Untersuchung oder weitere Risikostratifizierung empfohlen.
2. Die wichtigsten Limitationen des Calcium Scores
Ein zentraler Kritikpunkt, der immer wieder auftauchte:
- 25–33 % aller Herzinfarkte ereignen sich trotz CAC = 0. Der Grund: Der Score erkennt nur verkalkte Plaques, keine weichen, vulnerablen Plaques.
- Viele Ärzte empfehlen daher ergänzende Untersuchungen wie die CIMT (Carotis-Intima-Media-Dicke) mit Plaque-Analyse.
- Bei hohen Werten (z. B. 359 oder 842) wurde betont, dass nicht nur die Höhe des Scores entscheidend ist, sondern vor allem Dichte versus Volumen und die Stabilität der Plaques.
3. Persönliche Erfahrungen und Alltagsdiskussionen
Erfahrungsberichte von Patienten:
- CAC = 0 wird von den meisten als sehr beruhigend empfunden – einige nutzten den Null-Score, um Statine oder andere Medikamente vorerst abzulehnen.
- Hohe Scores (z. B. 359 in der Hauptarterie) führten zu intensiven Diskussionen. Manche vermuteten alte Schäden (z. B. durch frühere Essstörungen).
- Kritik an Kardiologen, die den Score pauschal „in die Tonne werfen“ oder sofort Medikamente verschreiben.
- Debatte um Statine: Einige Beiträge zeigten, dass Statine den CAC-Score teilweise um bis zu 50 % erhöhen können, ohne dass dies immer mit einem klinischen Nutzen einhergeht.
4. Weitere spannende Themen
- Zusammenhang zwischen LDL-C und Plaquebildung – auch ohne Bluthochdruck oder Diabetes.
- Natürliche Ansätze: Knoflook (Allicin) gegen Biofilm in Plaques, Lebensstilmaßnahmen statt reiner Zahlengläubigkeit.
- Praktische Probleme: Unvollständige Scans und Erstattungsschwierigkeiten.
- Dokumentationen und Keto-/Cholesterin-Diskussionen, in denen ein niedriger Calcium Score als positives Zeichen gewertet wurde.
Fazit – Was bleibt hängen? Der Calcium Score ist ein wertvolles Risikostratifizierungs-Tool, aber kein Allheilmittel. Die Community ist sich einig: Der Score muss immer im Kontext von Alter, Symptomen, Lp(a), Insulinresistenz, hs-CRP und Lebensstil betrachtet werden. Ein Null-Score gibt keine 100%ige Sicherheit, ein hoher Score keine automatische Operations- oder Medikamentenindikation.
