Seit Mitte April 2026 konzentriert sich Robert F. Kennedy Jr. (RFK Jr.), der seit etwa 14 Monaten als US-Gesundheitsminister (Secretary of Health and Human Services, HHS) im Amt ist, vor allem auf die Umsetzung der Agenda „Make America Healthy Again“ (MAHA). Diese Initiative zielt auf die Prävention chronischer Krankheiten durch Reformen in den Bereichen Ernährung, Lebensmittelsysteme, Präventionsmedizin und Behördenorganisation ab, während zugleich die vorgeschlagenen Haushaltskürzungen verteidigt und die Kontrolle durch den Kongress bewältigt werden.
Jüngste Anhörungen im Kongress (April 2026)
Kennedy sagte in einer arbeitsreichen Woche Mitte April vor mehreren Ausschüssen des Repräsentantenhauses aus, darunter Ways and Means, Education and Workforce sowie Unterausschüsse für Haushaltsfragen. Zentrale Punkte seiner Auftritte:
Er verteidigte den Vorschlag der Trump-Regierung, den HHS-Haushalt für das Fiskaljahr 2027 um rund 12 % zu kürzen, und stellte dies als notwendig dar, um Verschwendung, Betrug und Ineffizienz zu reduzieren und gleichzeitig Prävention stärker zu priorisieren.
Er hob Erfolge der MAHA-Initiative hervor, etwa aktualisierte Ernährungsempfehlungen mit stärkerem Fokus auf vollwertige Lebensmittel, weniger hochverarbeitete Produkte und eine Verschiebung hin zu ernährungsbasierter Prävention anstelle rein reaktiver Behandlung.
Er kündigte Reformen der U.S. Preventive Services Task Force (USPSTF) an, die er als „träge und 20 Jahre lang nachlässig“ kritisierte. Neue Mitglieder mit einer „klaren Mission“ sollten für mehr Transparenz und häufigere Sitzungen sorgen.
Republikaner lobten seine Bemühungen im Allgemeinen dafür, die Behörde „aufzurütteln“ und die Ursachen chronischer Erkrankungen in den Mittelpunkt zu stellen. Demokraten konfrontierten ihn dagegen mit Fragen zu Impfpolitik, Personalabbau, öffentlicher Gesundheitskommunikation, Müttergesundheit und möglichen Auswirkungen auf Programme wie Medicaid.
Weitere Themen waren Arzneimittelpreisverhandlungen, ländliche Gesundheitsversorgung, Schulernährung und die Umstrukturierung der Behörde.
Stand 22. April 2026 setzte er ähnliche Aussagen auch vor Ausschüssen des Senats fort, darunter vor dem Senate Finance Committee.
MAHA-Initiative und Aktivitäten vor Ort
Kennedy hat MAHA durch öffentliche Auftritte und gezielte Initiativen vorangetrieben:
Anfang April 2026 brachte er die MAHA-Agenda in Arizona voran und betonte dabei Prävention, Rehabilitationsprogramme und die Gesundheit indigener Gemeinschaften.
Er nahm an der „Take Back Your Health Tour“ in Miami teil (Ende März/Anfang April), bei der Verpflichtungen von Krankenhäusern zu besserer Ernährung sowie Partnerschaften mit landwirtschaftlichen Betrieben in Florida zur Verbesserung der Lebensmittelqualität hervorgehoben wurden.
Unter seiner Leitung kündigte das HHS am 7. April 2026 mehr als 135 Millionen US-Dollar über die HRSA an, um Ernährungsangebote auszubauen und die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum personell zu stärken.
Zu den weiteren Maßnahmen gehören ein Pilotprogramm (STREETS) zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit, Sucht und psychischen Erkrankungen durch integrierte Versorgung und glaubensbasierte Partnerschaften sowie Initiativen gegen Umweltfaktoren wie Mikroplastik im Körper.
Politische und operative Veränderungen
Ernährung und Prävention: Überarbeitungen der Ernährungsempfehlungen und der Lebensmittelpolitik sollen chronische Erkrankungen wie Diabetes und Adipositas bekämpfen, indem vollwertige Lebensmittel, Fleisch, Vollfett-Milchprodukte und die Reduktion verarbeiteter Produkte stärker in den Vordergrund gestellt werden.
Behördenreformen: Ernennungen wie die von Casey B. Mulligan zum Chefökonomen und Regulatory Officer des HHS (17. April 2026) sollen die Umsetzung der Prioritäten beschleunigen. Weitere Veränderungen umfassen personelle Anpassungen, Änderungen bei Beratungsgremien und Bemühungen, die „Rechenschaftspflicht wiederherzustellen“.
Weitere Maßnahmen: Dazu gehören die Neueinstufung bestimmter Peptide, ein Schwerpunkt auf die Umgestaltung der ländlichen Gesundheitsversorgung sowie Kritik an früheren Bundesmaßnahmen, die nach seiner Auffassung zur Zunahme chronischer Krankheiten beigetragen haben.
Kennedys Amtszeit hat stark polarisierte Reaktionen ausgelöst. Unterstützer sehen darin eine mutige Verlagerung hin zu Prävention und eine Herausforderung für fest verankerte Interessen in der Lebensmittel-, Pharma- und Wissenschaftsbranche. Kritiker argumentieren hingegen, dass seine Politik zu Störungen innerhalb der Behörde, zum Weggang von Experten und zu Risiken für die öffentliche Gesundheitsinfrastruktur geführt habe, etwa im Zusammenhang mit Impfempfehlungen und Forschung. Während seiner Anhörungen betonte er messbare Fortschritte bei chronischen Erkrankungen und wich einigen besonders kontroversen Themen wie Impfungen eher aus.
Insgesamt konzentrieren sich seine jüngsten Aktivitäten auf die Verteidigung der MAHA-Strategie und des Haushalts vor dem Kongress, kombiniert mit der praktischen Förderung von Ernährung, Prävention und systemischer Reform. Die Entwicklungen schreiten weiterhin schnell voran, mit laufenden Anhörungen und ersten politischen Nachwirkungen auf Ebene einzelner Bundesstaaten. Für die aktuellsten Details empfiehlt sich ein Blick auf offizielle Pressemitteilungen des HHS oder die Live-Berichterstattung aus dem Kongress.
